Durchatmen in Bad Sassendorf

Sanierte Börde-Therme mit modernster Not- und Sicherheitsbeleuchtung.

Salzproduktion und Salzgewinnung haben in der ­Region Hellweg mit der Soester Börde eine jahr­hundertealte Geschichte. Von Unna bis Salzkotten verläuft die westfälische Salzroute, die auch als Fahrradweg erschlossen ist. Entlang dieser Route sind viele kulturhistorische und industriegeschichtliche Zeugnisse der Salzverarbeitung zu entdecken.

So auch in Bad Sassendorf, einer Gemeinde im Zentrum der Soester Börde. Erste Hinweise auf die Salzgewinnung in dieser Region gehen auf das 12. Jahrhundert zurück. 1836 wurden hier 2.500–4.000 Tonnen Salz gewonnen. Die Salzproduktion wurde zwar 1952 eingestellt, doch das „weiße Gold“ bildet weiterhin die Grundlage des heutigen Badebetriebs.

Dokumente aus dem Jahr 1817 belegen die Verwendung der Bad Sassendorfer Sole zu Bade- und Heilzwecken. 1852 wurden Holzbadewannen auf dem Salinengelände aufgestellt. Am 10. Mai 1906 erhielt die Gemeinde Sassendorf das Prädikat „Bad“. Die offizielle staatliche Anerkennung zum Moor- und Sole-Heilbad Bad Sassendorf erfolgte 1975. Im selben Jahr fand auch die Grundsteinlegung des Bewegungszentrums statt, das die Grundlage für die heutige Börde-Therme Bad Sassendorf bildete. Seit 2017 wurde die Börde-Therme saniert und erweitert. Am 12. August 2020 wurde sie offiziell eingeweiht.

Projektsteckbrief

Objekt:Börde-Therme Bad Sassendorf
Bauherr:Thermalbad Bad Sassendorf GmbH
Ausführungszeitraum:2017–2020
Anzahl Bauabschnitte:Thermalbad Keller, Schwimm­bereich, Panoramasauna, Kelo­sauna, Gradierwerksauna, Ruhehaus
Planer:Passgang Architekten BDA
Installateur: Kuss Gesamtelektrik GmbH, Soest
INOTEC Außendienst­­mitarbeiter:Lutz Dahlhoff
INOTEC Produkte:4 x CLS Fusion – 12 Ah, INOTEC CPS 64 44 Stromkreise

Normgerechte Ausstattung im ­Wellnesstempel

Im Badebereich gibt es mehrere Solebecken im Innen- und Außenbereich, deren Salzgehalt im Schnitt ca. 3,0 –3,4 Prozent beträgt. Der Saunabereich wurde um eine Blocksauna, ein neues Ruhehaus sowie eine Sauna und Ruheraum im neuen Gradierwerk des anschließenden Kurparks erweitert. Darüber hinaus verfügt der Bereich über ein Schwebebecken, das über die Natursole gespeist wird und einen Solegehalt von etwa 13 Prozent aufweist.
 

In allen Bereichen ist eine Not- und Sicherheitsbeleuchtung erforderlich. Die KOK-Richtlinie von 2013 fordert für Schwimmbäder mit einer Wassertiefe ab 1,35 m eine Beleuchtungsstärke von 15 Lux auf der Wasseroberfläche. Ebenso fordert die Regel 107-001 „Betrieb von Bädern“ der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) bei Ausfall der Allgemeinbeleuchtung und potenziellen Unfallgefahren eine Sicherheitsbeleuchtung. 

Zusammenarbeit und Produkte: Alles perfekt abgestimmt

Entsprechend wurde auch die Not- und Sicherheitsbeleuchtung im Rahmen der Modernisierung auf den aktuellen Stand der Technik gebracht. Die Elektroinstallationsfirma Kuss aus Soest führte die Installationsarbeiten aus und hatte mit der INOTEC Sicherheitstechnik den idealen Partner für dieses Projekt. Aufgrund der salzigen Luft wurden Produkte benötigt, die für diese rauen Umgebungsbedingungen geeignet sind.


In Schwimmbadbereichen werden wegen der Umgebungsanforderungen häufig Produkte aus Edelstahl eingesetzt. Jedoch erfordern diese Oberflächen eine entsprechende Pflege, da es ansonsten zu optischen Beeinträchtigungen kommen kann. Die Ursache:  Kondensatbildung auf den Oberflächen. Auch bei hochlegierten Edelstählen kann dies zu Verfärbungen führen. Darum müssen diese Produkte, so auch Leuchten aus Edelstahl, regelmäßig gereinigt werden. Durch eine spezielle ­Lackierung, die optional für INOTEC Edelstahlleuchten erhältlich ist, kann die Oberfläche der Leuchten geschützt werden. Für diese Bereiche eigneten sich ebenfalls Leuchten aus anderen Materialien, wie Aluminium oder Polycarbonat. 

INOTEC Produkte im ­Innenbereich

Im Bereich der Innenbecken der Börde-Therme wurden für die Kennzeichnung der Flucht- und Rettungswege Chlor- und Salzwasser-beständige Kunststoffleuchten des Typs SNP 2130 eingesetzt. Um die hohe Beleuchtungsstärke von 15 Lux auf der Wasseroberfläche zu erreichen, wurden 10 LED-Sicherheitsleuchten des Leuchtentyps SNP 8500-25 montiert, die speziell für diese erhöhten Beleuchtungsanforderungen konzipiert sind. Das 25W LED-Modul bietet mit 3.400 Lumen genügend Lichtstrom. Ein im Keller installiertes Zentralbatteriesystem versorgt die Rettungs- und Sicherheitsleuchten im Hauptgebäude.

In anderen Bereichen, wie dem Bistro, dem Ruhebereich oder im überdachten Außenbereich, wurden zur Ausleuchtung der Flucht- und Rettungswege die unauffälligen Deckeneinbauleuchten vom Typ SN 9400 genutzt. Diese Leuchtenserie bietet durch den Einsatz unterschiedlicher Sekundäroptiken immer die optimale Lösung für die normkonforme Ausleuchtung bei einer möglichst geringen Stromaufnahme. Der Anwender kann dabei zwischen symmetrischer und asymmetrischer Ausleuchtung bzw. niedriger oder hoher Montagehöhe wählen. Zudem gibt es diese Serie auch für die Deckenaufbaumontage.

Die einzelnen Saunagebäude und auch der Teilbereich des Gradierwerks, der zum Saunabereich gehört, werden mit jeweils einem kleinen dezentralen CLS FUSION Notlichtsystem versorgt. Mit bis zu 48 Ah Leistung ideal, um Rettungs- und Sicherheitsleuchten in Gebäuden mit einem Brandabschnitt zu versorgen.

Ästhetische und sichere Lösung für den Außenbereich

Im Außenbereich dienen Wandleuchten der Serie SN 6204 zur Ausleuchtung der Flucht- und Rettungswege. Der Farbton Schiefergrau (RAL 7015) bildet einen harmonischen Akzent zum Mauerwerk aus Natursteinschiefer.

Trotz der offiziellen Eröffnung im August 2020 laufen weiterhin Modernisierungsmaßnahmen im Kellerbereich des Sole- und Thermalbades. Für die anspruchsvollen Anforderungen kommen die robusten Sicherheitsleuchten vom Typ SN 2100 IP65 zum Einsatz. Die seitlichen Kabeleinführungen der Leuchte sorgen für eine einfache Montage bei Aufputzverkabelung. 

Zentrale Überwachung der Not- und ­Sicherheitsbeleuchtung

Um auch die Funktion der Not- und Sicherheitsbeleuchtung zentral zu überwachen, werden alle Systeme mit den angeschlossenen Leuchten über die INOWeb-Control-Software überwacht. Im Prüfbuch sind alle Statusmeldungen der Notlichtsysteme protokolliert und können zu jedem Zeitpunkt abgerufen werden. Durch die integrierte Benachrichtigung per E-Mail können definierte Statusmeldungen an verantwortliche Personen automatisch versandt werden.

Neben Erholung, Entspannung und gesundheitlichen Aspekten bietet die Börde-Therme in Bad Sassendorf ihren Besuchern somit auch in puncto Sicherheit ein hohes Niveau und verdient nicht nur im Sauna-­Bereich ein 5-Sterne-Qualitätssiegel.

Gradierwerk Bad ­Sassendorf

Das Prunkstück im Kurpark Bad Sassendorf ist das 2019 neu errichtete Gradierwerk. Es lädt in einzigartiger Architektur mit salzhaltiger Luft zum Durchatmen ein. Beim Verdunsten des Salzwassers gelangen geringe Salzteilchen in die Luft. Als Freiluft-Inhalation bildet die angereicherte Luft ideale Voraussetzungen für eine medizinische Anwendung. Ein Teil des Gradierwerks ist in den Saunabereich der Börde-Therme integriert.

In die Balkenkonstruktion, die das tragende Element bildet, sind Schwarzdornbüsche eingearbeitet. Beim Herabrieseln der Natursole erfolgt durch den Schwarzdorn eine Oberflächenvergrößerung. Dadurch wird die Verdunstung des Wassers begünstigt und die Salzsättigung erhöht.

  • Länge 73 m, Höhe 10 m, Breite 8 m
  • 15.600 Schwarzdornbündel
  • Grundfläche 1.290 qm