Licht für Kassels Wahrzeichen

Projektsteckbrief

Objekt:Herkules, Kassel
Bauherr:Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK)
Ausführung 1. BA: 2010–2012
Weitere Bauabschnitte:bis voraussichtlich 2017
Planer:Dipl.-Ing. Oskar Winter, Kassel 
Ausführung:Elektro Brückmann, Kassel
INOTEC Außendienst­­mitarbeiterAxel Schwedes
INOTEC Produkte:CPS 220 / 20 / 5,5 kW / 3A
im Sonder­schrank mit hygrostat­gesteuerter Heizung (in Abhängigkeit der relativen Luftfeuchte)

Sonderlösung für einen griechischen Gott

Der „Herkules“ ist das Wahrzeichen der hessischen Stadt Kassel – von 1701 bis 1717 nach Entwürfen des Italieners Giovanni Francesco Guerniero gebaut, wurde das beeindruckende Denkmal im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche Male saniert und restauriert. Hunderttausende Besucher aus aller Welt kommen jährlich, um das Bauwerk und die von Mai bis Oktober stattfindenden Wasserspiele zu besuchen. Seit 2013 zählt der Herkules mit dem umgebenden Bergpark zum UNESCO Weltkulturerbe. Jetzt wurde die Landmarke erstmalig mit einer Beleuchtungstechnik versehen – und folglich mit mehr Komfort und Sicherheit für die Besucher.

Am höchsten Punkt einer Kaskadenlandschaft thront der Herkules über dem Kasseler Bergpark. Die Kupferstatue des griechischen Halbgottes befindet sich an der Spitze einer Pyramide, die auf einem Oktogon, dem sogenannten Riesenschloss, steht. Heute steht der Name „Herkules“ nicht nur für die Statue, sondern für das gesamte Bauwerk, das eine Höhe von 70,5 Meter hat. Das Oktogon ist 32,65 Meter hoch, die Pyramide 29,60 Meter und die Herkulesfigur 8,25 Meter. Über eine Wendeltreppe erreichen Besucher verschiedene Ebenen des Denkmals und werden mit fantastischen Ausblicken über die Stadt Kassel belohnt. Der erste Bauabschnitt beschrieb nun die Erschließung der Pyramide, die bis in den Fuß der Herkulesfigur reicht. Dabei wird ein Höhenunterschied von ca. 42 Metern überbrückt. Im Zuge der Sanierung weiterer Ebenen in den nächsten Jahren wird die Beleuchtung erweitert. 

Herausforderung: Vereinbarkeit von Denkmalschutz und Technik

Die neu zu planende Beleuchtung des denkmalgeschützten Bauwerks stellte für die Beteiligten eine anspruchsvolle Aufgabe dar: Das Lichtkonzept musste gewährleisten, dass die einzigartige Architektur weiterhin unbeeinträchtigt zur Geltung kommt und dennoch alle Anforderungen an die Sicherheit erfüllt sein würden. Ziel der eingesetzten Sicherheitsbeleuchtung ist es, Besucher des Denkmals bei Netz- und somit Lichtausfall sicher ins Freie zu führen.

Grundlage ist ein Brandschutzkonzept, das auf die besonderen Belange eines Bauwerks mit nur einem Fluchtweg Rücksicht nimmt. Da die Besucherführung partiell durch unbelichtete Treppenhäuser führt, war eine besondere Anlage gefordert. Das Bauwerk stellt unter anderem nur einen einzigen Brandabschnitt dar, daher konnte der elektrische Betriebsraum auch mit anderen Elektroverteilern kombiniert werden. Für seine Unterbringung kam nur ein einziger, schmaler, jedoch hoher Raum im Erdgeschoss des Oktogon in Frage. Daher wurde eine zweite Ebene mit einer schmalen Treppe konstruiert. Um die Anlage in den Raum transportieren zu können, musste also eine Sonderlösung entwickelt werden. 

Lösung: ein maßgefertigtes Sicherheitslichtsystem

Der Lichtplaner Dipl.-Ing. Oskar Winter entwickelte in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege ein Lichtkonzept, das sich zugleich unauffällig in die Architektur integriert und dank LED-Technik sparsam im Betrieb ist. Durch den zuständigen INOTEC Außendienstmitarbeiter Axel Schwedes wurde die INOTEC-Technik geplant und durch die Firma Brückmann installiert. Sämtliche Leuchten des Bauwerks sind an die Sicherheitsbeleuchtung angeschlossen, dadurch ist die Technik überschaubar. Dafür wurden für die Notbeleuchtung modifizierte Standardleuchten von Drittherstellern verwendet und Sonderleuchten konstruiert. Als Rettungszeichenleuchte wurde die dezente SNP 1216 eingesetzt, die sich unauffällig in die Architektur des Denkmals integriert. Für das Zentralbatteriegerät, das bei Netzausfall die modifizierten Standardleuchten und Rettungszeichenleuchten im Denkmal mit Spannung versorgt, wurde ein spezieller Schrank konstruiert, der in zwei Teile zerlegt und durch die enge Tür in den Raum transportiert werden konnte. Im Innern des IP54-Edelstahlschranks sorgt eine hygrostatgesteuerte Heizung dafür, dass die widrigen klimatischen Verhältnisse in dem nass-kalten Raum mit hoher Luftfeuchte keine Auswirkungen auf das Zentralbatteriegerät haben. Somit können alle elektronischen Komponenten und Batterien jederzeit sicher betrieben werden. Unterstationen im weitläufigen Bauwerk sorgen für eine wirtschaftliche Installation.

Nach zwei Jahren Betrieb und durch die regelmäßige Wartung der ausführenden Firma Brückmann hat sich die Anlage bewährt.